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Regine Marxen

Snapchat-Memories. Riskiert Snapchat sein gutes Karma?

Das Geheimnis von Snapchat wurde in den letzten Monaten so heiß diskutiert, dass es eigentlich schon nervt. Weil dieser Kanal gar nicht so mysteriös ist, wie so mancher Marketing-Mitstreiter es herbeireden möchte. Das Ganze nahm schon seltsame Züge an. Selbst auf der diesjährigen re:publica tummelten sich unzählige Branchenkenner auf "Snapchat endlich verstehen"-Workshops. Dabei gibt es hier gar nicht so viel zu verstehen. Die Wurzel des Erfolges dieser App steckt in der schrillen, aufs junge Publikum zugeschnittenen Verpackung inklusive Neon-Gespenst und in der Unmittelbarkeit, mit der sie agiert. Bilder und Videos, die ich poste, können nur über die App aufgenommen und nicht bearbeitet werden. nach 24 Stunden werden sie automatisch gelöscht. Das ist Snapchat. In aller Kürze.

Oder besser war.

Denn das neue Memory-Feature ist ein Eingriff in den Kern des Messenger-Dienstes. Und die Frage steht im Raum:

Gräbt sich Snapchat selbst das Wasser ab?

Ab sofort können User Bilder und Videos außerhalb der App aufnehmen und für Stories nutzen. Und: User können Posts länger als 24 Stunden platzieren. Diese erscheinen dann mit einem speziellen Rahmen als Kennzeichen.

Damit nähert sich Snapchat Facebook oder Instagram an und verliert eines seiner wesentlichen Merkmale: die spontane Authentizität.

Bisher war Snapchat besonders beliebt bei Influencern und Celebreties, um sich und ihr Leben hinter den Kulissen zu präsentieren. Und so mancher Influencer wurde gar zum echten Celebrety. Made by Snapchat. Juliennna Goddard alias YesJulz beispielsweise avancierte erst mithilfe dieses Kanals zum Social Media Star.

YesJulz, Snapchat VIP 

Auch so manche Marke wie zum Beispiel Nike versuchte, sich auf Snapchat zu positionieren, um die junge Zielgruppe ab 14 Jahren für sich zu begeistern.

Aber seien wie mal ehrlich: Die Tatsache, dass Stories nach 24 Stunden verschwinden und zudem nicht bearbeitet werden können, das ist für die Mehrheit der Marken da draußen schlicht ein wenig unsexy. Das macht den Job nicht leichter.

Snapchat wird Mainstreamiger. Die Macher wollen Geld verdienen. Und das ist gut so!

Ja, die Gespenster-App wird mit Memory ein wenig kantenfreier. Sie bietet Marken die Option, Ihren Look gefälliger und sich nachhaltiger mit Ihrer Story auf diesem Kanal präsentieren zu können. Da wenig bis nichts in diesem Geschäft altruistisch ist, geht es hier natürlich am Ende darum, dass auch Snapchat Geld verdienen möchte. Ist das falsch?

Nein. Das ist nachvollziehbar.

Wir erleben die Entwicklung einer App und Ihren Wachstum. Wenn man so will, wird Snapchat erwachsen. Das ist ein notwendiger Prozess, sonst dürfte dem Messenger keine besonders lange Lebenszeit vergönnt sein. Memory hat als Feature seine Berechtigung. Statements wie die von William Turton auf Gizmodo halte ich für verkehrt. Snapchat ist nicht ruiniert, weil es beschließt, sich Marken und Ihren Bedürfnissen gegenüber zu öffnen.

Was aber stimmt, ist, dass die App aufpassen muss, Ihre Philosophie im Kern, Ihr eigenes Markenbild nicht zu verlieren. Was Snapchat ausmacht, ist Spaß und ein Hauch von Anarchie. Weil, im Gegensatz zu Facebook, hier nichts für die Ewigkeit gemacht ist und es auch keine Likes oder Comments unter Usern gibt. Snapchat ist urteilsfreie Zone.

Das sollte sich der Messenger als Alleinstellungsmerkmal erhalten.

Hier gibt's das offizielle Video zur Memory-Einführung auf Snapchat.

 

 

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