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Stefan Bosch-Faerber

Kluge Kooperation: Samsung pusht seine VR Brille über starke Emotionen.

Verschiedene Hersteller haben teilweise bereits seit ein paar Jahren Brillen im Angebot, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann. Die Big Player im Geschäft sind die Rift von Oculus, die HTC Vive, Sony Playstation VR und Samsung Gear VR. Diese VR Brillen sind oft nicht günstig und ein Kauf will gut überlegt sein. Vielleicht haben die Brillen auch deshalb den ganz großen Durchbruch im Massenmarkt noch nicht geschafft. 

Problem: Wie Kunden von sich überzeugen?
In ihren Funktionen sind die VR Brillen der verschiedenen Hersteller alle recht ähnlich. Damit stehen die Hersteller vor der Herausforderung, dem potenziellen Kunden klarzumachen, dass die eigene VR Brille das beste Erlebnis bietet. Werbespots oder Anzeigen helfen da nur bedingt: Zwar kann so die Bekanntheit gesteigert werden, doch für die meisten Menschen sind die VR Brillen verschiedener Hersteller einfach zu ähnlich. Da muss echte Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit die Kaufentscheidung zugunsten des eigenen Angebots fällt – und das funktioniert nur, wenn die VR Brille ausprobiert werden kann. 

Probieren geht über Studieren.
Nun könnten die Hersteller ihre VR Brillen in Elektronikmärkten zum Ausprobieren anbieten, um Kunden von ihrem Produkt zu überzeugen. Das wird auch teilweise so gemacht und es ist auch durchaus ein beeindruckendes Erlebnis, tief in die virtuellen Welten einzutauchen. Doch ein Hersteller ist eine Kooperation eingegangen, die die potenziellen Kunden auf eine emotionale Weise packen kann, die beispiellos ist: Samsung.

Ein Erlebnis, das über das Visuelle hinaus geht.
Bei VR Brillen wird als Demo gerne eine Achterbahnfahrt genommen, da das 3D-Gefühl hier besonders gut zur Geltung kommt. Doch es gibt ein Problem: Es gibt keine echten Beschleunigungskräfte, die auf die Person wirken, kein Fahrtwind und auch nicht das beliebte Gefühl der Schwerelosigkeit. 

Das hat auch Professor Thomas Wagner von der Hochschule Kaiserslautern erkannt und deshalb zusammen mit seinen Studenten ein System entwickelt, dass den Einsatz von VR Brillen auf Achterbahnen möglich macht. Um die Fahrgäste auf eine virtuelle Reise durch das Weltall oder durch die Häuserschluchten New Yorks zu schicken, braucht es eine mitfahrende „Black Box“, die Zugriff auf Messdaten der Schienenführung und Räder hat. Diese Daten werden via Bluetooth an die VR Brillen der Fahrgäste weitergegeben, um ein perfekt passendes Erlebnis zu erzeugen. 

Samsung erkannte die Chance einer Kooperation und den damit verbundenen – und nicht zu unterschätzenden – Werbeeffekt für die hauseigene Gear VR. Mit Erfolg: Was als erster VR-Coaster mit Samsung Gear VR im Europa Park Rust begann, können Wagemutige heute auf 20 verschiedenen Achterbahnen weltweit erleben.

Auch für die Freizeitparks ein Gewinn. 
Der neue Trend der VR Coaster Technologie mit der Samsung Gear VR ist aber nicht nur eine gelungene Strategie des koreanischen Technologiekonzerns, sondern gleichzeitig ein Gewinn für Freizeitpark-Betreiber, die für einen relativ kleinen Investitionsbetrag – eine virtuelle Aufrüstung pro Achterbahn bewegt sich in einem niedrigen bis mittleren sechsstelligen Betrag – besonders die älteren Achterbahnen werbewirksam neu präsentieren können.

Samsung erreicht Menschen über echte Emotionen.
In den USA ist es besonders die Freizeitparkkette Six Flags, die in den letzten Jahren in vielen ihrer Parks Virtual Reality Coaster präsentierte – alle mit der Samsung Gear VR. Dies wird meist auch prominent kommuniziert. Damit ist es Samsung gelungen, den anderen Herstellern in der Präsentation der eigenen VR Brille einen großen Schritt voraus zu sein. Die Marke Samsung kann durch das positive Erlebnis einer Achterbahnfahrt mit Gear VR auf eine unvergleichliche Weise punkten.

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